DER HUNGER NACH BERÜHRUNG (Teil 2 von 3)

Dein Körper – derselbe Körper, den du seit deiner Geburt hast, speichert alle Informationen und bildet sich je nach Erfahrungen und Gedanken danach aus.

Körperbewusstsein und das un-berührte Kind

Deine Lebensgeschichte kann aus der Form deiner Muskeln abgeleitet werden. Du selbst bist an der Schöpfung deines Körpers, deines selbst beteiligt und bist verantwortlich für deine eigenen Schöpfungen, Taten, dein Wohlsein und dein Unwohlsein.

Die Erkenntnis, dass du dein Körper bist, lässt dich wahrscheinlich jeden Aspekt deines Lebens und dein Da-Sein aufs Neue überdenken.

Die bioenergetische Theorie und Praxis resultiert aus der Arbeit und den Erkenntnissen des Verstorbenen Wilhelm Reich. Dessen Arbeit wurde später in den 50er Jahren von Dr. Alexander Lowen und Dr. John Pierrakos weiterentwickelt.

Zu lernen wie der Geist auf den Körper, und der Körper sich auf den Geist auswirkt, bringt dir unglaublich tolle Lösungen und Erkenntnisse für deine Themen.

Die Bildung des Körperbewusstseins hat fünf Faktoren: Erstens die Vererbung, zweitens die physische Verfassung und die Aktivitäten, die man ausübt, drittens die emotionale und psychologische Verfassung und Betätigung, viertens die Ernährung und fünftens die Umgebung, in der man lebt. Also im Prinzip: Alles, was du tust, wo du herkommst und was du fühlst und denkst.

Fragestellungen wie z.B. ob man Asthma hat, weil man keine Verantwortung für die Wut übernehmen will, die in der Brust herrscht oder ob man z.B. an Hämorrhoiden leidet, weil man die Gefühle zu stark bei sich behält, spielen hier eine Rolle.

Es wird immer deutlicher, dass unsere Gefühle und Lebenseinstellungen auf direkte Weise unsere Körperhaltung, unsere Atmung und unsere Entwicklung beeinflussen.

Genauso wie Sport, oder körperliche Aktivitäten unseren Körper formen, so formen auch unsere emotionalen Erfahrungen und unser emotionaler Ausdruck unser Selbst und damit wiederum unseren Körper.

Der Begriff Marasmus stammt von der griechischen Wurzel dahinsiechen ab. Es ist der Zustand, der bei Babys zum Tod führt, wenn sie zu wenig berührt werden.

Von 10 Babys sterben 3 bevor sie ein Jahr alt werden, wenn sie zu wenig körperliche Berührung erhalten. Die ersten Monate des kleinen Menschen sind entscheidend dafür, ob sein/ihr Leben durch einen Grundton des Mangels und der Verzweiflung gekennzeichnet ist, oder ob es ein Empfinden von Sicherheit und Zugehörigkeit im Leben hat. Die erste Berührung eines Babys in seinem Leben bestimmt mit, ob sein zukünftiges Leben  von Liebe oder Nicht-Liebe gekennzeichnet ist.

Hierzu gibt es ein Webinar mit Übungen dazu am Donnerstag, 17.9.2020 um 19:30
Im Webinar erhältst du
-die Anleitung um zu erfahren, wie es dir als Baby damals ging
– Du erkennst, was du damals gebraucht hättest
– Du erhältst das Wissen, welche Trigger das damalig Geschehene harmonisieren
Bitte trag dich rechts in die Anmeldebox ein, falls du noch nicht in meinem Verteiler bist, um den Zoom Link zu erhalten.

Das Wissen, wie eine Mutter ihr Baby berühren muss, ist in ihre Zellen eingespeichert und wird durch die Schwangerschaft und die Geburt jederzeit zugänglich.

Bindung, sowie gute und schlechte Gewohnheiten werden von den Kindern durch die Eltern übernommen und gelebt. Für das Kind kann das ein Segen oder Fluch sein, denn es weiter-leben wird.

Bis es sich dafür entscheidet auf dem Weg der Selbsttransformation zu gehen.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde empfohlen, ein Kind möglichst frei von Empfindlichkeiten gegenüber anderen Menschen großzuziehen. Es wurde geschrieben, man soll das Kind so behandeln, als sei es ein Erwachsener. Man sollte es nicht umarmen oder küssen, man sollte es sich niemals auf den Schoß setzen lassen. Wenn es sein muss, gibt man ihm einen Kuss auf die Stirn, wenn es zu Bett gibt. Morgens gibt man ihm die Hand. Wenn es eine schwierige Aufgabe gemeistert hat, tätschelt man den Kopf. Menschen die sentimental waren, wurden von der Gesellschaft dazu angehalten, sich dafür zu schämen.

Eltern die ihre Kinder gefühlvoll behandelten, wurden von der Gesellschaft mit unangenehmen, peinlichen Blicken bedacht.

Welche Art der Bindung ist daraus entstanden?

Für mangelnde Bindung gibt es keinen Ausgleich. Um zu verstehen, wie wichtig Berührung für ein Kind ist, ist es unerlässlich auch zu verstehen, was Bindung für ein Kind bedeutet.

Bindung ist etwas intuitives, etwas ausser sinnliches, dass die Beziehung zwischen Mutter und Kind verwurzelt. Es ist eine Verbindung der Herzen – das Verschmelzen der Herzen und eine stillschweigende Verbindung zu einem Menschen, ausserhalb von dir selbst.

Bindung ist die tiefgehendste Form der Berührung. 

 

 hh-Es bedeutet in Wirklichkeit: Fürsorge, Mitgefühl, Liebe und offenkundige Zuneigung, die sichtbar und spürbar ist.

Mamatoto bedeutet auf Swahili MutterKind und deutet an, dass Mutter und Kind als eine Einheit agieren. Man kann sich über diesen Prozess informieren, aber nach dem Bindung auf physiologischer und psychologischer, emotionaler und intuitiver Ebene stattfindet, muss man sie erfahren, um sie kennenzulernen.

Jeder von uns hatte eine Mutter und wir spüren, dass die Natur ein vollkommenes System geschaffen hat, dessen Zweck darin besteht, die optimale Entwicklung eines Babys auf allen Ebenen zu gewährleisten.

Menschen ohne innere Bindung

Wir sind uns unserer Bindungen normalerweise gar nicht so sehr bewusst. Aber wir werden uns ihrer sehr wohl bewusst, wenn die Bindung verloren geht oder wenn wir zwanghaft gebunden sind.

Wir gehen freizügig mit dem Begriff Bindung um und wir verstehen teilweise seine Auswirkungen auf unsere Kultur nicht. Das liegt daran, dass  wenige Erwachsene jemals das Gefühl wahrer Zugehörigkeit und wirklich geliebt zu werden, gespürt haben.

Kinder die keine Bindung erfahren, stumpfen ab und werden Gefühlen des Verlusts oder Trennung gegenüber gleichgültig. Der Preis für einen Mangel an Bindung wird auf jede erdenkliche Weise ein ganzes Leben lang gezahlt. Die Nähe und der intime Körperkontakt zwischen Mutter und Kind bewirkt eine sensorische Stimulation und regt die Fähigkeit des Gehirns an, sensorische Informationen zu verarbeiten, die die Reaktionen der Muskulatur koordiniert und mit der Umgebung interagiert.

Es gibt eine Studie von Dr James Prescott bei dem fünf weibliche Affen ohne ihre Mütter großgezogen wurden. Jeder dieser weiblichen Affen brachte Babies zur Welt und drei von ihnen waren als Mütter im höchsten Maß gleichgültig und lieblos. Zwei von ihnen behandelten ihre Säuglinge sogar brutal.

Diese Affen wurden isoliert aufgezogen, in Einzelkäfigen und ohne Körperkontakt und somit ohne hinreichende Stimulation durch Körperkontakt zu ihren Müttern.

Es führte zu einer abnormalen Entwicklung und Funktion des Gehirns. Die prägenden Perioden des Gehirnwachstums in denen z.B. das Berühren und Wiegen durch die Mutter fehlte, führte zur unvollständigen und defekten Entwicklung der neuronalen Systeme, die Zuneigung vermittelten. Das Kleinhirn steuert sowohl schmerzliche als auch angenehme Empfindungen und Zustände, und bei Säuglingen die nicht gestreichelt und gewiegt werden besteht die Gefahr dass diese Gehirnbahnen und -systeme, die Vergnügen vermitteln, sich nicht vollständig entwickeln können. Im Erwachsenenalter zeigen sich dann Schwierigkeiten angenehme Zustände zu erfahren, eine schnellere Frustrationsgrenze und eine Neigung zu Depressionen und Gewalttätigkeit, sowie Anfälligkeit für Süchte.

Bei Affen die in sozialer Isolation ohne Körperkontakt zu Mutter oder anderen Affen aufwuchsen, stellte bei Scott eine abnormale Entwicklung und Funktion der emotional-sozialen und sexuellen Verhaltensweisen fest. Weitere Studien zeigten auch Anomalien im Gehirn.

Der Herzschlag eines ungeborenen Kindes wird schneller, wenn deine Mutter nur daran denkt, eine Zigarette zu rauchen. Ein Kind spürt und nimmt alles wahr. Es ist bewusst und hat ab dem 6 Monat ein aktives emotionales Leben. Auch die Gefühle des Vaters gegenüber seiner Frau und seinem Kind haben einen großen Einfluss auf das Ungeborene.

Wie kan man Bindung (wieder-)herstellen und heilen?

Als Kinder waren wir ausgeliefert und von den Entscheidungen, dem Verhalten der Erwachsenen die uns umgaben, und den Eltern abhängig.

Dennoch gibt es viele Möglichkeiten um das Leben mit einem immer größer werdenden Gefühl von Verbundenheit und Ganzheit zu erfüllen –  um Vergangenes in Frieden zu bringen, deine Defizite aufzufüllen.

Einige dieser Möglichkeiten beschreibe ich hier:

Wie kann man als Mutter, denn bewussten Zustand des Kindes achten?

Ich führe hier diese Frage an, weil du die Mutter deines inneren Kindes bist (auch wenn du ein Mann bist).

Es liegt an dir, eine mütterliche Haltung dir selbst gegenüber einzunehmen und dich nicht weiter auf innere oder äußere Kämpfe einzulassen. Aufmerksam und ehrlich zu beobachten auf welche Art und Weise du Menschen verletzt und deinen eigenen Schmerz anzuerkennen, lässt dich aus dem Kreisläufen aussteigen.

Wenn du die feste Entscheidung triffst, dass dieses Verhalten des Kampfes, des Missbrauchs, in deinem Leben ein Ende haben muss, beginnst du deine innere und unsere äußere Welt zu verändern.

Du beginnst dich selbst innerlich mit Mitgefühl zu berühren.  Du erlaubst dir durchzuatmen, in der Gesellschaft von entspannten Menschen zu sein und deinen Willen zu stärken, gegenüber deinen Süchten. So kommst du in Kontakt mit deinen Gefühlen und hörst auf andere zu verurteilen.

,,Es ist der Zeitpunkt, wo du es wieder zulassen kannst,  dass andere Menschen dich lieben.

Jedes Kind liebt seine Eltern, egal ob es missbraucht worden ist, egal ob es seine Eltern hasst, das Kind liebt die Eltern trotzdem. Die ungeheuer große Bereitschaft  eines Kindes zu vergeben, ist erstaunlich.

Immer wenn die Eltern ihr Verhalten verändern, reagiert ein Kind darauf, egal in welchem Alter.

Bei Erwachsenen heilt die gebrochene Bindung auf eine andere Weise. Du findest die Heilung in dir selbst und mit der Hilfe von anderen fürsorglichen und erfahrenen Erwachsenen.

In den Körper kommen

Der perfekte Weg um eine, durch eine falsche Berührung verursachte Wunde zu heilen, besteht darin deinen eigenen Körper neu kennenzulernen und dich deinem Körper zuzuwenden. Es ist, wie wenn du durch eine Landschaft wanderst und sie neu kennenlernst.

Die meisten Menschen wissen gar nicht, wieviel Distanz sich zwischen ihnen und ihrem Körper befindet.

Was bedeutet es, in den Körper zu kommen?

Es bedeutet, dass unabhängig von deiner Figur oder Größe du dir deine eigene Ausstrahlung wieder eroberst. Es bedeutet dass deine Haut, deine Knochen &  deine Organe von Bewusstsein durchdrungen sind und du dies wahrnimmst. Es ist, wie wenn dein Körper die Antworten auf deine Fragen gibt. Es ist faszinierend, wenn alle Energie in deinem Körper dir aufmerksam und interessiert zuhört. Es ist, wie wenn die Bewegung deines Atems und deiner Gefühle eine Wirkung auf dein Umfeld hat.

Wenn du mit deinem Körper in Kontakt bist merkst du, dass du auch mit der Erde in Kontakt bist. Du fühlst, dass es dir wichtig ist, dass deine Nahrung, die Luft oder das Wasser eine hohe Qualität haben, weil du hörst, was dein Körper dir sagt. Und dein Körper ist in einem ständigen Austausch, mit Allem, was dich umgibt.

Dein Körper entspannt sich, als Antwort auf ein Lächeln von einer anderen Person. Dein Körper riecht Rosen schon von Weitem. Die Süße eines Apfels wird von deinem Körper vollständig aufgenommen.

Vollständig in deinem Körper zu SEIN, gibt dir Zugang zu einer tieferen Ebene des Fühlens.

Gefühle werden dann nicht nur an einer Stelle aufgenommen, sondern vom ganzen Körpersystem.

Wie kannst du dich selbstheilend berühren?
Welche Umgebung brauchst du, damit du dich selbstheilend berühren kannst?

Welchen Menschen in deiner Umgebung vertraust du so sehr, dass du dich von ihnen berühren lassen kannst?

Wenn du damit beginnst, dich berühren zu lassen oder auch dich selbst auf eine Art zu berühren beginnst, die dir gut tut, verändert sich auch dein Umfeld und deine Umgebung wird immer mehr zu einer Umgebung der nährenden Berührung.

Du kannst durch die eigene Berührung deinen Schmerz auf radikale Weise in Liebe verwandeln.

Beginne damit dich selbst in den Arm zu nehmen und dich selbst zu halten oder auch von einem guten Freund oder einer Freundin.  Vereinbart einen gewissen Zeitraum, es sollten jedoch mindestens 20 Minuten sein, in die du dich hinein entspannen kannst. Ohne zu reden, zu analysieren oder zu denken. Es geht ja um deine Wahrnehmung, um dein in dich hinein fühlen. Natürlich wird dein Bewusstsein zu schweifen beginnen und es steigen dir vielleicht Bilder hoch, du fühlst dich nicht authentisch, überlegst dir, was dass hier bringen soll. Das sind die ersten Anzeichen, dass  der Körper dir etwas zeigen möchte.

Du kannst auch eine Stelle deines Körpers berühren, wo dir jemand Schmerz zugefügt hat. Oder eine andere Stelle, wo dich jemand berührt hat und du es als sehr angenehm empfunden hast, als dir z.B. jemand über die Wange strich. Es gibt keine falsche oder richtige Reaktion in dieser Transformation. Es gibt nur Erinnerungen und Emotionen, die Fließen, wahrgenommen oder gefühlt werden. Du wirst feststellen, dass sich etwas in dir ändert mit jedem Mal, wo du in Kontakt mit dir und deinem Körper gehst.

Grenzen neu finden und definieren

Das Definieren persönlicher Grenzen bringt deinem Leben mehr Stabilität, Sicherheit und Klarheit. Du weißt, welche Art von Berührung dich erfüllt, und welche Berührung für dich nicht passt.

Es geht hier nicht darum, aggressiv oder abwehrend zu sein, da wahre Grenzen von innen kommen. Sie entstehen aus einem inneren Wissen heraus, wer wir sind und was wir wollen. Wir erkennen die Signale unseres Körpers und setzen sie um.

Gleichzeitig bedeutet es auch, dass wenn du dich kennst, du bewusst zu lassen kannst, dass sich zB in der Sexualität deine Grenzen auflösen. Dir ist bewusst, warum du dich jemand anderen öffnest und ihn oder sie berührst. Du weißt aus eigener Beobachtung heraus, ob du eine Berührung aus einer Geste der Freundschaft, aus Einsamkeit heraus, aus dem Verlangen nach Vergnügen oder aus dem Wunsch heraus jemand anderen zu trösten, machst.

Wenn die Absicht klar ist, entsteht selten Ablehnung. Wenn jedoch dein Motiv ein anderes ist, als deine Handlung vermuten lässt, empfangen Menschen unterschiedliche Signale und die Reaktion darauf kann, unterschiedlich und iirritierend ausfallen.

Solltest du dann doch einmal eine Berührung machen, die für die andere Person unpassend war, solltest du es nicht zu schwer nehmen, die Berührung innerlich für dich und äußerlich verbal für die andere Person zurücknehmen und deinem Alltag nachgehen.

TEIL 3 Hunger nach Berührung – DER sinnliche Körper

 

Hierzu gibt es ein Webinar mit Übungen dazu am Donnerstag, 17.9.2020 um 19:30
Im Webinar erhältst du
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– Du erkennst, was du damals gebraucht hättest
– Du erhältst das Wissen, welche Trigger das damalig Geschehene harmonisieren
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