Warum Monogamie ein Grundstein für innere Entwicklung ist!

Bevor ich aufzeige, warum Monogamie ein wichtiger Grundstein für die innere Entwicklung ist, möchte ich herausstellen, was allgemeine Hindernisse dafür sind. Das Ego ist von Natur aus ängstlich in Bezug auf Verantwortung.
Während es ihm möglich ist, sich gewissen Dingen zu verpflichten, weiß es nur durch Erwartungen zu begehren und ist unfähig wirklich das zu bekommen, was es so dringend sucht. Wenn ein spirituelles Wesen in eine verantwortliche Beziehung tritt und damit Einschränkungen in Kauf nimmt, leuchten oft die Warnlampen auf, die sogar den Eindruck erwecken können, keine Luft mehr zu bekommen, und die Beziehung beenden zu müssen. Wenn man neben der Anziehung zum eigenen Partner auch noch Intimität mit anderen begehrt, ist es ein eindeutiges Zeichen für spirituelle Unreife, die sich oft als “tantrische Persönlichkeit” tarnt.

Es gibt viele Gründe, warum ein Ego eine Vielzahl an Partnern bevorzugt.

Einer davon ist, dass neue Partner eine willkommene Kontrast-Energie bieten, die das Ego mit Begeisterung erfüllt, bis der Reiz des Neuen wieder abklingt. Aus der Sicht des Egos, muss es immer neue Partner und Erfahrungen suchen, um seine Konditionierung aufrecht zu erhalten. Sonst würde die Struktur des Egos implodieren, da Wellen an Langeweile und Depression seine Machenschaften aufdecken würden. Einfach gesagt, sucht das Ego ständig neue Partner, um das Aufwachen zu verhindern, das passieren würde, wenn es nicht ständig alte Dinge durch neue Erfahrungen ersetzen würde.
Ein weiterer Grund, warum das Ego mehrere Partner bevorzugt ist, dass es so mehr zu tun und zu managen hat. Ob es nun ständig versucht die Chakren in die richtige Richtung drehen zu lassen, deine Energie auf einem hohen Level zu halten oder eben die Bedürfnisse mehrerer Partner zu befriedigen — das Ego sucht jede Form des “Micromanagements” um sich dadurch selbst am Leben zu erhalten.

Weil das Ego nie wirklich zufrieden sein kann mit der Liebe einer einzigen Person, versucht es den Einsatz dadurch zu erhöhen, möglichst viele Szenarien zu erschaffen, bei denen es verehrt werden kann.

Trotz des Mangels des Egos niemals die Intimität bekommen zu können die es sucht, kann es durch Integration einer erwachenden Seele, die Kapazität und Wertigkeit erfahren und wie es ist, die Fülle wahrer Liebe in der Intimität mit einer Person zu erleben. Egal ob es uns bestimmt ist, unsere Liebe mit einem Seelenpartner für den Rest unseres Lebens oder mit einigen wenigen “Schlüsselpartner” auf dem Weg der persönlichen Evolution zu erfahren — Monogamie hat eine große Bedeutung für unser spirituelles Wachstum.

Monogamie ist unsere Fähigkeit in unserer momentanen Beziehung völlig präsent zu sein, als ein Weg wirkliche Erfüllung zu erfahren.

Egal ob es dir nun vorherbestimmt ist, mit deinem Partner bis ans Ende eurer Tage zusammen zu sein oder nicht: Warum dich nicht gerade für ihn/sie entscheiden, wo er/sie sich für dich entschieden hat? Während das Verantwortungs-phobische Ego vielleicht die Idee einer Beziehung begehrt, ist es in Wirklichkeit die Seele, die von einer heiligen Vereinigung von zwei Herzen profitiert. Solche zwei Herzen aktivieren die wahre Evolution voneinander. Wenn die Beziehung auf Ego beruht, wird sie zu einer Möglichkeit alte Konditionierungen aufzubrechen, die durch Reibungsflächen zu Tage treten. Während traditionelle Heiratsversprechen “bis das der Tod uns scheidet” in den Vordergrund stellen, wäre eine moderne Interpretation “bis das der Tod unseres Versprechens uns scheidet”.

Das bedeutet, dass unsere monogamen Beziehungen zu einem heiligen Raum werden, in dem wir unsere tiefsten Einsichten in die Praxis umsetzen können — unseren Herzen erlauben zu erblühen, dadurch, wie bedingungslos wir das Herz unseres Geliebten umarmen, bis uns die Zeichen der Zeit in unterschiedliche Richtungen bringen.

Das klare Bekenntnis zur Monogamie, deckt unseren innigsten Wunsch nach Freiheit, als in Wirklichkeit die Angst vor Verantwortung auf. Während das Ego es liebt, sich alle Möglichkeiten offen zu halten, hat es so gut wie keine Fähigkeit hinter einer Entscheidung zu stehen! Der Grund hierfür ist simpel, dass in dem Moment, wo wir uns für einen Partner entscheiden, das Ego von der Fantasie einer Partnerschaft in die Realität des Beziehungsaufbaus gehen muss.
Dort wird die Wichtigkeit von Kompromissen und das “in Betracht ziehen” des Anderen offensichtlich, und die auf sich selbst bezogenen Muster der Ego-Konditionierung werden offen gelegt. Die spirituelle Wichtigkeit der Monogamie und der Hingabe in einer Beziehung sind ein Symbol für die Einheit mit dem Göttlichen.

Während das Ego danach schreit, von der Quelle in Momenten der Not befreit zu werden, ist es unfähig im Licht zu bleiben und ein Leben zu leben, dass unter dem universellen Willen der kosmischen Gesetze funktioniert.

Die Vorstellung des Egos von der Quelle, entspricht eher einem Boxenstopp bei einem Formel 1 Rennen. Sobald es “repariert” ist, will es wieder zurück auf die Rennstrecke, bis es wieder kaputt geht. Das ist wie in Beziehungen, wo sich ein Ego die liebevolle Unterstützung eines anderen Menschen holt und sich verletzlich zeigt. Sobald es aber das bekommen hat, was es braucht, wendet es sich weg von dem unterstützenden Herzen und sucht sich etwas Neues, Frisches und Aufregendes, um sich darin zu wälzen. So wie wir auf unserer spirituellen Reise unsere tiefste Sehnsucht und unseren persönlichen Willen dem der Einen Quelle unterwerfen, so kommen wir in einer verantwortlichen, monogamen Beziehung zusammen, um unseren individuellen Willen, einem gemeinsamen Wachstum in einer intimen Partnerschaft zu unterstellen.
Beide Partner dürfen ihre Individualität behalten (als einzigartigen Beitrag an die Schöpfung), haben aber beide die Bereitschaft, dem WIR statt dem ICH zu dienen. Dies ist eine Möglichkeit, sich in Übereinstimmung mit der Schwingung des Einheitsbewusstseins zu bringen. Wenn wir fähig sind, eine heilige Partnerschaft als einen Weg zu sehen, uns voll auf unser Leben einzulassen — als die Perfektion der Göttlichkeit in menschlicher Form — können wir verantwortlich gegenüber dem Herz unseres Partners sein, ohne das Gefühl zu haben, auf etwas verzichten zu müssen.
Am Ende des Tages sind es diejenigen Menschen, die von einer Beziehung zur nächsten hüpfen, und nur solange bleiben, wie es “frisch” und “leicht” ist, die schlußendlich die unendliche Freude von wahrer Intimität verpassen. Jenseits der Angst vor Langeweile in einer Beziehung, liegt die tiefe Ekstase, jeden Moment zu einer überfließenden Liebe zwischen zweier Herzen zu machen. Solche hohen Ebenen der tantrischen Glückseligkeit mögen zwar vom Ego begehrt, können aber nur von der Seele entdeckt werden. Egal wie turbulent eine Beziehung zu sein scheint, jeder von uns kann dem anderen helfen, tiefe Weisheit und deren Ausdruck im Alltag zu finden.

Je mehr wir bereit dazu sind, in Hingabe und in einer monogamen Beziehung mit unserer tiefsten Wahrheit zu sein, desto mehr Liebe wird unser Herz erfüllen.

In einer heiligen Beziehung, umarmen wir das Herz des Anderen als unser eigenes, während wir uns selbst und unsere Bedürfnisse umarmen, können wir auch die Segen empfangen, die unser Partner uns schenkt. Ob wir nun unser neues Versprechen in einer bestehenden Beziehung leben oder gerade Raum schaffen für einen neuen Partner, die Wichtigkeit der Verantwortlichkeit/Hingabe/Monogamie ist eine Gnade, die unser Ego auflöst. Es ist das Erwachen ins Einheitsbewusstsein.

-Matt Kahn