DEMUT & HINGABE

Hinter Demut und Hingabe verstecken sich noch einige weitere Eigenschaften, die sich annähern und sich gegenseitg unterstützen:

Bescheidenheit, Genügsamkeit, Mäßigung, Zufriedenheit, Opferbereitschaft, Unterwürfigkeit, Duldsamkeit, Fügsamkeit, Nachgiebigkeit, Ergebenheit

Wie fühlen sich diese Wörter für dich an?

Es braucht Mut und Selbstüberwindung, um in diese Eigenschaften hineinzuwachsen. Egal ob man den yogischen oder den tantrischen Weg wählt. Es sind beides Wege der Befreiung um sich von Vorurteilen, einengenden Sichtweisen, narzisstischen Haltungen zu lösen, oder einem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen und dabei die eigene Selbstüberschätzung und Arroganz loszulassen..

Etwas in Demut zu ertragen, bedeutet nicht Demütigungen oder Erniedrigungen ertragen zu müssen.

Echte Demut ist nicht einfach zu erkennen und am ehesten, als ein seinen persönlichen Interessen keine besondere Bedeutung schenken, sich nicht durch demütiges Verhalten profilieren, abheben oder erhöhen zu wollen.

Demut hat keinen Zweck und kein Ziel. Sie respektiert und akzeptiert, was sich zeigt.

Sei es im eigenen Inneren oder in der äußeren Situation. Du fügst zu den Situationen nichts Eigenes an Beurteilungen oder Bewertungen hinzu, sondern nimmst deine Umwelt mit Dankbarkeit und Wertschätzung einfach wahr.

Demut gegenüber der Natur, den Tieren und deinen Mitmenschen gegenüber, sagt über dich aus, dass du dich und deine Bedürfnisse kennst und wahrnimmst. Authentisch sorgst du für dich und vergisst dabei nicht deine Umwelt, sondern beziehst sie auf liebevolle, fürsorgliche Weise in dein Streben, Fühlen und Handeln mit ein.

 

HINGABE

ist die höchste Achtsamkeit und wirkt belebend, bereichernd und kraftvoll.

„Einzig und allein durch Hingabe kann man die absolute Wahrheit erkennen. Wahre Hingabe ist eine stetige Empfänglichkeit für die Wahrheit. Wahre Hingabe hat ihre Wurzeln in einer ehrfurchtsvollen Dankbarkeit, die zugleich klar, geerdet und intelligent ist. “ Sogyal Rinpoche

Kritiklose Anbetung oder das Aufgeben der eigenen Verantwortung haben nichts mit Hingabe zu tun. Jeder ist immer aufgefordert seine eigene Wahrheit zu fühlen, auszudrücken und zu bejahen.  Verletzlich, egolos und nackt zeigen wir uns, verlieren aber nicht die Verbindung zu Unterscheidungsvermögen und einer gesunden Vernunft.

Die Angst sich in der Hingabe aufzulösen und nicht mehr zu existieren, diesen Schritt zu wagen und sich Fallen zu lassen, sich dem Schicksal anzuvertrauen…wer es einmal gewagt hat, hat sich selbst befreit. Dennoch vermeiden wir es uns hinzugeben, da es Hingabe ohne Verletzlichkeit nicht geben kann.

Hingabe ist keine Unterwerfung an eine höhere Macht, sondern eine bewusste Entscheidung aus einer inneren Stärke im Gewahrsein des Momentes, mit einem permanenten inneren und äusseren Zuhörens, was hier gerade passiert.

Das Geschenk der Hingabe ist Einheit und Verbindung – eine Gnade. Die Trennung ist nicht mehr existent und wir verschmelzen ineinander. Das wirkt sehr sexuell, wenn man es liest, ist aber auf jeden Bereich des Lebens anwendbar. Sei es ob du ein Buch liest, die Toilette putzt, Musik hörst, Yoga machst oder auf der Strasse gehst.

Wer bist du in diesem Moment, wenn nicht der Moment selbst.

Das Fühlen mittels deines Körpers, diese unglaubliche Flut an Sinneseindrücken, die dich in das Jetzt katapultiert. Achtsamkeit,…es kommt nicht darauf an was du tust, sondern wie du es tust. Und hier verbinden sich Demut und Hingabe. In deinem dich verlieren und dich neu finden, kannst du nicht tiefer fallen, als in die göttliche Hand, in dein göttliches Selbst.